Fachplanung HLS für das Gründungszentrum Green Economy
|
Projekt: |
Neubau eines Multifunktionsgebäudes in Bremerhaven |
|
Architektur: |
Viergeschossiger Holzbau mit ca. 6.500 m² BGF |
|
Nutzung: |
Büros, Co-Working, Werkstätten, Veranstaltungs- und Begegnungsstätten, Kinderbetreuung |
|
Leistungen: |
Fachplanung Heizung, Lüftung, Sanitär (HOAI LP 5 – 7), Weiterentwicklung technischer Konzepte sowie Unterstützung der Bauleitung in LP 8 |
|
Geplante Fertigstellung: |
Dezember 2026 |
Wärmeversorgung
Geothermie, Umweltwärme und individuelle Bedarfsheizung
Das Gebäude verfügt über ein zweistufiges Heizkonzept aus zentraler Grundtemperierung und individuell zuschaltbarer Infrarot-Heizung.
Die Grundtemperierung auf 19 °C erfolgt über eine Fußbodenheizung. Bis zu einer Außentemperatur von −2 °C wird die Wärme durch eine Sole/Wasser-Wärmepumpe mit thermisch aktivierten Gründungspfählen sowie eine Luft/Wasser-Wärmepumpe bereitgestellt. Beide Wärmepumpen nutzen das natürliche Kältemittel R290 (GWP 3).
Für die individuelle Anpassung der Raumtemperatur können die Nutzer bei Bedarf Infrarot-Heizflächen zuschalten und die operative Raumtemperatur auf 21 °C anheben.
Das Versorgungskonzept verbindet eine kontinuierliche Grundtemperierung mit einer nutzungsabhängigen Zusatzheizung und ermöglicht so eine individuelle Anpassung des thermischen Komforts.
Lüftungstechnik
Bedarfsgerechte Lüftung für unterschiedliche Nutzungsbereiche
Für das Gebäude wurden vier Lüftungsanlagen geplant, die auf die unterschiedlichen Nutzungsanforderungen abgestimmt sind.
Eine zentrale Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung versorgt den Veranstaltungsraum. Im Rahmen der Ausführungsplanung wurde das Lüftungskonzept weiterentwickelt, sodass die Anlage außerhalb von Veranstaltungen auch den vorgelagerten Aufenthalts- und Kantinenbereich versorgen kann.
Für die Umkleide- und Duschräume im Erdgeschoss wurde in LP 5 eine zusätzliche dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung integriert. Zwei Dachabluftanlagen übernehmen die Entlüftung der Sanitärbereiche an den gegenüberliegenden Gebäudeseiten.
Sanitärtechnik
Trinkwasser- und Abwasserinstallationen für vielfältige Nutzungen
Die Sanitärplanung umfasst die Trinkwasser- und Abwasserinstallationen für die unterschiedlichen Nutzungsbereiche des Gebäudes.
Besondere Anforderungen ergaben sich aus der Entwässerung der Küche im 1. Obergeschoss einschließlich der Schmutzwasserleitungen und des Fettabscheiders sowie aus der Planung und Koordination der erdverlegten Grundleitungen im Außenbereich.
Planerische Besonderheiten
Die Übernahme der Fachplanung in der Ausführungsphase bei bereits begonnenem Bau stellte besondere Anforderungen an die Integration und Weiterentwicklung der technischen Konzepte. Insbesondere die konstruktiven Festlegungen des Holzbaus waren bereits verbindlich und mussten bei planerischen Anpassungen berücksichtigt werden.
Ein Schwerpunkt lag auf der Überprüfung und Optimierung der vorgesehenen Anlagentechnik durch dynamische Gebäudesimulationen.
Neben der Untersuchung des thermischen Komforts bei der individuellen Infrarotheizung wurde auch das Zusammenspiel von Wärmeerzeugern, Gebäude und Anlagenregelung simuliert. Dabei zeigte sich, dass aufgrund der sehr geringen Laufzeit eines Wärmeerzeugers auf eine der ursprünglich zwei vorgesehenen Luft/Wasser-Wärmepumpen verzichtet werden konnte.
Auch die Lüftungskonzepte wurden im Rahmen der Ausführungsplanung an die unterschiedlichen Nutzungsanforderungen angepasst und weiterentwickelt.
